Arbeitskreis Dorfkern-Neugestaltung 17.01.2013

Protokoll der Besprechung vom 17. Januar 2013

(15 Teilnehmer lt. Anwesenheitsliste: 4 vom OBR, 5 weitere Mitglieder des AK Seeburg, 4 unmittelbar betroffene und seit Generationen ansässige Anlieger, Frau Kern und Herr Lange vom Planungsbüro)

Herr Lange erläutert die aufgrund der letzten Erörterung erarbeiteten Varianten:

Die 1. und 2. Variante stellen verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten beim grundsätzlichen Erhalt der Kreuzung dar: Die Platzsituation vor dem Backshop wird dabei (stadtplanerisch) aufgewertet und die Fahrradstellplätze verschieden verteilt. In der 2. Variante ist ein langgezogener Riegel an der südlichen Seite der Alten Dorfstr. – in Verlängerung des neuen Fußgängerweges – über die L 20 gezogen, um die Verbindung beider Dorfteile östlich und westlich der L 20 optisch zu betonen.

Die 3. Variante zeigt die Möglichkeit eines Kreisverkehrs auf.
Dargestellt ist ein ca. 26 – 28 m großer einspuriger Kreisverkehr ohne Ampelanlage aber mit Überquerungshilfen für Fußgänger, d.h. kleineren Verkehrsinseln zwischen den Fahrbahnen, die aber bei der geringen Straßenbreite kein Muß seien.

Darauf entwickelt sich eine längere Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern eines solchen Kreisverkehrs. Die Befürworter weisen darauf hin, dass selbst bei bester Planung nur eine optisch bessere städtebauliche Situation erreichbar sei, da die Aufenthaltsqualität an der Kreuzung eher abnehmen werde. Man müsse auch mit wachsendem Verkehr rechnen. Der Kreisverkehr sei erfahrungsgemäß das beste Mittel, den Verkehr zu entschleunigen, flüssiger und auch für Fußgänger sicherer zu machen. Das Problem sei allerdings, dass der vor der Kirche noch gebliebene Freiraum weiter eingeschränkt würde.

Die Befürworter einer Kreuzung weisen darauf hin, dass gerade das von den Seeburgern wie auch von den Vorbeifahrenden wahrgenommene zentrale Bild der Kirche keine angemessene Entsprechung ringsumher – insbesondere vor dem Backshop – habe, was ja schließlich zu dem Auftrag geführt habe. (Die älteste brandenburgische Backsteinkirche steht wie ein Brilliant ohne Fassung an einer Kreuzung und die geschichtsträchtigen Grabsteine auf dem Friedhof, veranlassen kaum einen Autofahrer, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.Anm.d.V.) Man müsse daher nach anderen Alternativen für eine Entschleunigung des Verkehrs auf der L 20 suchen. Hier wurden die verschiedensten Vorschläge erörtert.

Konsens bestand bei allen, dass der frühere Planungsfehler, das Dorf an der Kirche auch noch in nord-südlicher Richtung zu durchschneiden, grundsätzlich nur mit einer Umgehungsstraße zu korrigieren sei. Dies wird für illusorisch gehalten. Es bleibt also die planerische Aufgabe, die belastenden Auswirkungen dieser (mauerbedingten) Verbindung von Potsdam nach Falkensee in der Mitte Seeburgs zu verringern.

Auch nach etwa einstündiger Diskussion verändern sich die von Anfang an unterschiedlichen Auffassungen der Teilnehmer zu den beiden Verkehrsvarianten nicht.
Klar abgelehnt wird der Kreisverkehr an dieser Stelle z.B. auch von der unmittelbar betroffenen Grundstückseigentümerin, der Familie Boltz/Pritzkow.
Klar befürwortet wird der Kreisverkehr u.a. von unserer langansässigen Familie Schulz/Seelke.

Einig ist man sich, dass die Planung „aus einem Guss“ sein sollte. Einig ist man aber auch, dass die vorgelegte Planung der Alten Dorfstr. vom Feuerwehrgebäude bis zur Semmelhaack-Siedlung unstrittig sei und vorgezogen werden müsse. Hier stimmen alle Ortsbeirats- und Arbeitskreismitglieder sowie Anlieger dem Planer, Herrn Lange zu:

Der Neubau eines Feuerwehrgebäudes (sowie einem Ableger des Bauhofes) auf dem westl. der L20 und nördlich der Alten Dorfstr. gelegenen freien Grundstücks mit einem Gemeinschaftsraum als Ersatz für das alte Gemeindehaus und der Abriß des alten mit baulichen und rechtlichen Mängeln behafteten Feuerwehrgebäudes.
(Dies ermöglicht die Veräußerung des alten Gemeindehauses.)

Der Fußgängerweg von der Semmelhaacksiedlung südlich des Teiches, der lt. Herrn Lange auch ohne teure Aufständerung möglich sei.

Als sehr wünschenswert wird dann die Parallelstrasse zur Alten Dorfstr. von der L 20 (Alter Mühlenweg) bis zur Semmelhaacksiedlung (Meisenweg) angesehen. Der alte Plattenweg neben dem Spielplatz entfiele, was die Sicherheit für Kinder und Autofahrer bei der Ausfahrt auf die Alte Dorfstr. erhöhen und neben dem Spielplatz eine Festwiese für verschiedene Anlässe sowie die im Rahmen der FNP-Entwicklung vorgesehene behutsame Entwicklung von Wohnbauten in Verlängerung des Meisenweges bis zur L 20 ermöglichen würde.

Die höchste Priorität und Vorbedingung für alle weiteren Schritte habe demnach der Erwerb des letzten freien Grundstücks in der Alten Dorfstr. vom Bund.

Eine politische Entscheidung über die grundsätzliche Konzeption der Kreuzung L20/Alte Dorfstr. (Kreisverkehr oder nicht) erfordert weitere Klärungen mit den zuständigen Ämtern, um denkbare Alternativen zunächst auf die rechtlichen Bedingungen und finanziellen Konsequenzen hin zu prüfen. Herr Lange wird gebeten, hier noch einige Gespräche zu führen.

Herr Harald Wunderlich dankt dem Planer, Herrn Lange und Frau Kern, deren Arbeit und Zusammenarbeit die Voraussetzung für die heute vorgelegten Planungsentwürfe schafften. Er dankt auch den engagierten Seegurger Bürgern und den Anliegern der Alten Dorfstr. für ihr Kommen und ihre Stellungnahmen im Vorfeld irgendwelcher förmlicher Pläne. Er bittet, dass alle Beteiligten an diesem für Seeburg wichtigen Entwicklungsplan „dran bleiben“ und verspricht, diese offene Bürgerbeteiligung fortzusetzen.

Für das Protokoll
Karl-Heinz Schmidt